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no hurry?

Well it looks like even some very expensive properties will become more affordable in the very central areas of Berlin…according to Deutsche Welle and Tagesspiegel reportages…fall-out from financial institutions debacle?

Weniger Verkäufe, fallende Preise

Der Berliner Immobilienmarkt muss wegen der Finanzkrise mit deutlichen Rückgängen kämpfen. Anzeichen, dass Privatkunden von ihrer Bank keinen Kredit mehr für den Immobilienerwerb bekommen, gibt es aber nicht.


Die Umsätze am Berliner Immobilienmarkt gehen deutlich zurück. Wie gestern berichtet, drückt das auch die Preise. Dies bestätigt der Chef des Berliner Gutachterausschusses Reiner Rössler: „Die Internationale Finanzkrise wird mit Sicherheit auch Berlin treffen“, sagte er. Die genauen Auswirkungen auf die Preise seien gegenwärtig aber noch nicht zu beziffern. Die Zeichen der Baisse seien jedoch im Bericht zum ersten Halbjahr 2008 abzulesen: Der Umsatz beim Verkauf vermieteter Wohn- und Geschäftshäuser ging um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Auch die Zahl der verkauften Objekte ging zurück – um 47 Prozent.

Bei dem Wohnungs- und Teileigentum sei auf dem Berliner Markt dagegen eine leichte Zunahme von Verkäufen in Höhe von zehn Prozent festzustellen. Auch der Geldumsatz sei gestiegen. Daraus sei jedoch kein Rückschluss auf höhere Preise möglich, betonte Rössler.

Der Vorstand des Maklerverbandes IVD bestätigte, dass „die Blase auf dem Berliner Immobilienmarkt geplatzt ist“, so Dirk Wohltorf. „Die Preise von Wohn- und Geschäftshäusern gingen um 15 bis 20 Prozent gegenüber den Höchstständen vor zwei Jahren zurück“, schätzt er. Noch seien die Preise von Eigentumswohnungen stabil. Hier gebe es bei finanzierenden Banken keine Anzeichen dafür, dass sie Privatkunden keine Kredite für den Erwerb von Immobilien mehr geben würden. Andere Marktbeobachter sprechen von Preisrückgängen zwischen 30 und 50 Prozent.

Der für europäische Investmentmärkte zuständige Chef des Beraterhauses Jones Lang Lasalle bestätigte: „Deutschland zählt neben Frankreich und Großbritannien zu den am stärksten von der Krise betroffenen Märkte“, sagte Tony Horrell. Das Geschäft mit Immobilien sei in diesem Jahr um 50 Prozent gesunken. Probleme entstünden vor allem beim Handel mit großen Immobilien-Paketen, die häufig von mehreren Banken zusammen finanziert würden. Solche Finanzierungen ließen sich infolge der Krise nur schwer realisieren. ball

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 25.09.2008)

Finanzkrise erreicht Berlin: Immobilienpreise stürzen ab

Immobilienbesitzer in Berlin müssen sich auf einiges gefasst machen: Experten erwarten einen Wertverfall von bis zu 50 Prozent in diesem Jahr. Investoren mit US-Krediten stehen unter Druck. Die erste große Pleite eines Fonds gilt als Alarmsignal.

Die internationale Finanzkrise wird Berlin mit Wucht treffen. Die Preise von Bürohäusern und Wohnimmobilien sind bereits in den vergangenen Monaten um 30 bis 50 Prozent gesunken. Das sagen Experten dem Tagesspiegel. Da ein Teil dieser Immobilien mit Krediten der inzwischen insolventen Investmentbank Lehmann Brothers oder anderen ebenfalls in Not geratenen Investmentbanken bezahlt wurden, geraten deren Schuldner zunehmend in Zugzwang. Denn Experten erwarten, dass die angeschlagenen US-Banken auf die Rückzahlung von Darlehen drängen und keine weiteren Gelder mehr zur Verfügung stellen.

„Wir müssen uns daran gewöhnen, dass auch in Berlin der Wert von Immobilien mit den Kapitalmärkten stark und schnell schwankt“, sagt Frank Orthen. Der Geschäftsführende Gesellschafter der Firma City-Report berät internationale Unternehmen, die in Berlin investieren. Orthen zufolge haben die Preise für Geschäftshäuser und Wohnimmobilien um 50 Prozent nachgegeben.

Ähnliches meldet der Vorstandschef der Deutschen Grundstücksauktionen: „Die Preise sind bei Wohnhäusern um ein Drittel gefallen“, sagt Hans Peter Plettner. Auch gebrauchte Eigentumswohnungen verlören an Wert. Betroffen seien auch gute Lagen im Südwesten: Während Eigentumswohnungen in Grunewald oder Westend noch vor wenigen Monaten von Maklern für bis zu 2100 Euro pro Quadratmeter angeboten wurden, würden sie heute ab 1400 Euro verkauft.

Beide Experten beschreiben den Berliner Immobilienmarkt aber weiterhin als „kerngesund“. Am deutlichen Wertverfall sei jedoch erkennbar, dass die spekulative Blase nun platze. Sowohl Plettner als auch Orthen sprechen zwar von einer weiterhin guten Nachfrage. Allerdings prüften Interessenten die Angebote sehr genau und pickten sich aus den vielen Objekten am Markt „die Rosinen heraus“. Zudem sei der Käuferkreis kleiner.

Ernste Schwierigkeiten erwarten die Experten bei Schuldnern aus den USA und Großbritannien, die ihre Einkaufstour in Berlin mit Krediten des insolventen Investmenthauses Lehmann Brothers bezahlten. Dieses ist Orthen zufolge in Berlin „mit rund einer Milliarde Euro“ direkt oder indirekt an Immobilieninvestitionen beteiligt. Ebenfalls bei vielen Berliner Geschäften mit Milliardensummen von der Partie: die von der Krise getroffenen, früheren Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley.

Als möglicher Vorbote künftiger Entwicklungen gilt in der Branche die vor kurzem bekannt gewordene Insolvenz der in Berlin gemeldeten Fonds Level One. Dieser hatte sowohl in Dresden als auch in Berlin Wohnungen in großer Zahl erworben. Das dazu erforderliche Geld hatten die Manager zum großen Teil von Banken ausgeliehen. Doch die Investoren haben sich verschätzt: Die Mieten reichten nicht aus, um die Zinsen für diese Kredite zu bezahlen. Hinzu kamen hohe Kosten für die Verwaltung der Objekte. Deshalb meldeten die Firmen Level One und Tochterfirmen beim Amtsgericht Charlottenburg Konkurs an.

Das Problem der Investoren, die mit US-Kapital in Berlin Wohnungen zu Tausenden gekauft haben, ist dasselbe wie in den USA: „Sie sind mit Hubschraubern über Berlin geflogen und haben tausende Wohnungen zusammengekauft“, sagt Orthen. Das sei so lange gut gegangen, wie es genug „billiges“ Geld auf den internationalen Finanzmärkten gab und immer mehr Investoren Wohnungen zu immer höheren Preisen übernahmen. Dieser „Hype“ sei durch die Finanzkrise vorbei. „Wer jetzt verkaufen muss, findet niemanden, der annähernd so viel Geld bezahlt wie vor einem Jahr“, sagt Orthen.

Von der Krise unberührt ist Berlins größte Wohnungsbaugesellschaft GSW, die zwei der größten Finanzinvestoren gehört: Cerberus und Goldmann Sachs. Die GSW habe langfristig laufende Verträge mit 19 Banken abgeschlossen und die Immobilien seien nur zu 60 Prozent mit Krediten belastet, sagte GSW-Sprecher Thomas Rücker.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.09.2008)


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